Login Form

   

Anleitungen

SSDs unter Windows 7 einsetzen


Details

Für optimale Ergebnisse ist eine Neuinstallation von Windows 7 sehr anzuraten.

Vorbereitungen

Vorraussetzungen für Trim

Windows 7 optimieren

Defragmentierung abschalten

Prefetch deaktivieren

Superfetch deaktivieren

Indizierung / Indexdienst abschalten

Optionale Maßnahmen

Energieoptionen anpassen

Ruhezustand abschalten

Systemwiederherstellung deaktivieren

Firefox optimieren

Troubleshooting


Vorwort

 

Da sich die SSD-Technik bereits gut um PC-Bereich etabliert hat, wir bereits SSDs der 2-ten Generation auf dem Markt haben, die mit ordentlicher Performance und überarbeiteter Technik aufwartet (TRIM, Garbage Collection), fragt man sich als Anwender natürlich, unter welchen Szenarios sich der Einsatz lohnt und was man beachten muss?
Nun, Microsoft hat erst mit Windows 7 eine vollwertige Unterstützung für SSDs eingebaut. Deshalb beschränkt sich dieser Workshop auch nur auf die Einrichtung unter diesem Betriebssystem.
Unter Windows XP/Vista ist der Einsatz einer SSD zwar grundsätzlich auch möglich, jedoch wegen fehlender nativer Unterstützung (Erkennung und korrekte Formatierung/Alignment-Problematik/fehlender TRIM-Support) nicht sonderlich sinnvoll.


 

Etwas genauer: Was ist TRIM und weshalb ist es so wichtig?
Eine SSD funktioniert vollkommen anders, als eine übliche Festplatte. Der Unterschied ist hier durch den vewendeten Flash-Speicher begründet, der sich nur eben dann verzögerungsfrei beschreiben lässt, wenn er auch vorher sauber gelöscht wird, also im Prinzip logisch gesehen auf 0 gesetzt wird. Passiert das nicht, büsst man enorm an Performance ein.
Das erldigt unter Windows 7 der TRIM Befehl, der nur im AHCI-Modus verfügbar ist. Installiert daher eine SSD immer im AHCI-Modus.

Was ist Garbage Collection?
Um Garbage Collection vom TRIM unterscheiden zu können, sollte man zum Verständnis erwähnen, dass der TRIM-Befehl nicht mehr benötigte Daten aus Zellen entfernt, während Garbage Collection Pages bereinigt. Kurz gesagt leistet TRIM die Vorarbeit und Garbage Collection besorgt den Rest, indem es die Flash-Zellen zu Pages zusammenfaßt. Garbage Collection ist gleichermaßen wie TRIM eine Implementierungssache, welche vom Controller samt Firmware einer SSD abhängig ist. Eine SSD muss nicht unbedingt beide Funktionen automatisch unterstützen, gute aktuelle SSDs jedoch schon. Ausnahmen bestätigen hier jedoch auch die Regel. Die Sandforce SF-1200 und SF-1500 Controller in aktuellen SSDs verfügen über keinen separaten Cachespeicher, wie nahezu die meisten anderen Controller und funktionieren etwas anders. Die Sandforce Controller verfügen über sehr kleine interne Cachebereiche, was dazu führt, dass Blockfragmentierungen hier entfallen. Bei diesen Controllern entfällt somit der Performance-Verlust, der durch Garbage Collection oder ähnliche Performance Refresh Funktionen aufgefangen werden müsste.
Dank Garbage Collection ist es auch möglich Betriebssysteme ohne TRIM-Unterstützung zu nutzen, oder SSDs in RAID-Arrays zu betreiben, ohne Performanceeinbußen befürchten zu müssen.

 

TRIM-Unterstützung diverser SSD-Controller:

1. Indilinx: ab Firmware 1819
2. Intel: ab Firmware 02HA (Postville Refresh: generell)
3. JMicron JMF612/JMF618: generell
4. Marvell 9171: generell
5. Marvell 88SS9174-BJP2: ab Firmware 0002
6. Sandforce: generell (auch Modelljahr 2011)
7. Samsung: seit Firmware VBM19C1Q
8. Samsung 470: generell

TRIM-Unterstützung diverser Betriebssysteme:

1. Windows 7: generell mit dem Microsoft AHCI-Treiber
- aktuelle AHCI-Treiber von AMD und Intel untestützen ebenfalls TRIM (Intels RST-Treiber unterstützen TRIM im AHCI und im RAID Modus nur bei Laufwerken, die sich nicht in einem RAID-Array befinden, also quasi standalone sind)
- Installationen im RAID-Modus als standalone Disk sollte man jedoch vermeiden, da man hier z.T. mit enormen Performanceeinbussen rechnen muss (aktuell meine Erfahrung mit AMD RAID-Treibern)
- bei SSDs im RAID-Array funktioniert kein TRIM
2. Windows XP und Vista: TRIM nur manuell möglich
3. MacOS: Ab MacOS 10.7 im Kernel implementiert
4. Linux: Ab Kernel 2.6.33 implementiert

 

 

Vorbereitungen

Am Anfang sollte man sicherstellen, dass die SSD mit der aktuellsten Firmware inklusive TRIM-Support ausgestattet ist. Wenn nicht, sollte unbedingt auf die neueste Firmware upgedated werden.

Bei einer neuen bzw. noch nie verwendeten SSD kann man sofort mit dem Firmwareupdate loslegen. Wer jedoch eine bereits verwendete SSD besitzt, sollte folgendermaßen vorgehen:

  • Ein Backup aller benötigten Dateien anlegen, denn die SSD wird komplett gelöscht
  • Windows von alternativem Medium booten und dort einen Erase ausführen (Indilinx: Sanitary Erase, SandForce und alle anderen Controller: HDDErase)
  • Neueste Firmware auf die SSD aufspielen

Anschließend kann man auf seiner SSD Windows 7 installieren.

Voraussetzungen für TRIM

Direkt nach der Installation sollte man sicherstellen, dass der TRIM-Befehl verwendet werden kann.
In meinem Artikel “SSDs und TRIM unter Windows 7“ könnt ihr nachlesen, was TRIM ist, wie es funktioniert und welche Vorraussetzungen erfüllt sein müssen, damit es bei euch läuft.

Windows 7 optimieren

Normalerweise sollte Windows 7 eure SSD erkannt und viele Einstellungen – neben dem richtigen Alignment – selbst gesetzt haben. Dennoch empfehle ich eine manuelle Überprüfung.

Defragmentierung abschalten

Defragmentieren ist absolut unssinig. Da unnötige Lese- und Schreibzugriffe erfolgen schadet es der SSD sogar!
Dienste, Defragmentierung, Eigenschaften, Starttyp, Deaktiviert

SSD Defragmentierung

 
Prefetch deaktivieren

Analysiert den Bootvorgang und den Start von Programmen und legt die Ergebnisse in sogenannten Trace-Dateien ab, welche den nächsten Start beschleunigen sollen. Bei einer SSD überflüssig.
Ausführen-Dialog (Windows + R), regedit, HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\Control\Session Manager\Memory Management\PrefetchParameters, Enable Prefetcher auf “0″ setzen

SSD Prefetcher

Superfetch deaktivieren

Lädt nach dem Start häufig genutzte Programme in den Arbeitsspeicher vor. Bei der Geschwindigkeit einer SSD überflüssig.
Ausführen-Dialog (Windows + R), regedit, HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\Control\Session Manager\Memory Management\PrefetchParameters, Enable Superfetch auf “0″ setzen
Zusätzlich sollte auch noch der Dienst “Superfetch” deaktiviert werden.
Dienste, Superfech, Eigenschaften, Starttyp, Deaktiviert

SSD Superfetch

Indizierung / Indexdienst abschalten

Indiziert die Festplatte für eine schnellere Dateisuche.
Dienste, Windows Search, Eigenschaften, Starttyp, Deaktiviert
Außerdem muss noch die Indizierung der SSD deaktiviert werde.
Computer (Arbeitsplatz), SSD-Partition, Eigenschaften, Unterste Checkbox deaktivieren, Anweisungen folgen

SSD Indizierung


Optionale Maßnahmen

Energieoptionen anpassen

Energieoptionen, Energiesparplaneinstellungen des aktuellen Energiesparplans ändern, Erweiterte Energieeinstellungen ändern, Festplatte, Festplatte ausschalten nach 0 Minuten bzw. nie

SSD Energieoptionen

Ruhezustand abschalten

Da das System sehr schnell startet, kann man den Ruhezustand abschalten. Dadurch wird auf der SSD – entsprechend der Größe des Arbeitsspeichers – mehr Platz frei.
Ausführen-Dialog (Windows + R), cmd (als Admin starten), “powercfg -H off” eingeben


Systemwiederherstellung deaktivieren

Kann abgeschaltet werden, um Speicherplatz zu gewinnen und unnötige Festplattenzugriffe zu vermeiden.
Eigenschaften von Computer (Arbeitsplatz),Computerschutz, Unter “Schutzeinstellungen” SSD-Partition auswählen, Konfigurieren, Computerschutz deaktivieren und belegten Speicher löschen

SSD Systemwiederherstellung


Firefox optimieren

Cache-Dateien können von der Festplatte in den RAM verlagert werden. Vermindert deutlich die Schreibzugriffe.
In der Adresszeile im Firefox “about:config” eingeben. “browser.cache.disk.enable” auf false setzen. Anschließend einen neuen Integer mit dem Namen “browser.cache.memory.capacity” anlegen. Der Wert entspricht dem Arbeitsspeicher in KByte. Beispielsweise “30720″ für 30 MByte. Der Wert sollte nicht auf über “65536″ (64 MByte) gesetzt werden.


Möglichst immer genug Speicher (ca. 20 %) auf der SSD freihalten (Stichwort Wear-Levelling)
Bei neuen SSDs ist dies nicht mehr notwendig (Dezember 2010).

 

 

Troubleshooting

 

1. AHCI Treiber nachträglich aktivieren

In vielen Computersystemen werden SSDs nachträglich eingebaut. In solchen Szenarien kommt es daher oft vor, dass der Festplattencontroller u.U. entweder im IDE Kompatibilitätsmodus oder im RAID Modus läuft. Das hat zur Folge, dass TRIM nicht funktioniert, da hier unbedingt der AHCI Modus benötigt wird.
Stellt man im BIOS des Mainboards den Festplattencontroller einfach auf SATA AHCI um, bootet das System nicht, bzw. der Bootvorgang wird mit der Fehlermeldung STOP 0x0000007B INACCESSIBLE_BOOT_DEVICE quitiert.

Abhilfe:

Über das Startmenü klickt man auf Start-->Ausführen und startet nun über regedit den Registrierungseditor (Administratorrechte werden benötig).
Je nach Mainboard und Chipsatz sollte man nach einem der beiden Unterschlüssel suchen:

HKEY_LOCAL_MACHINE\System\CurrentControlSet\Servic es\Msahci

oder

HKEY_LOCAL_MACHINE\System\CurrentControlSet\Servic es\IastorV

Im rechten Fenster klickt man dann mit der Maus doppelt auf den DWORD-Wert mit der Kennzeichnung Start und gibt dort 0 ein. Die Eingabe wird mit ok bestätigt. Danach startet man den Rechner neu, geht ins BIOS und stellt den SATA-Controller auf AHCI um. Der Rechner sollte nun im AHCI Modus starten.

Schnellere Lösung
Über nachfolgenden Support-Link von Microsoft das Fix ausführen, welches genau diese Änderungen in der Registry vornimmt (Admin-Rechte werden natürlich auch hier benötigt):
http://support.microsoft.com/kb/922976

   
© ALLROUNDER

Suche